Udo Scheuerpflug und Alexander Ott eröffnen FestmonatFulminates Jubiläumskonzert als Startschuß der Fünfzigjahrfeier |
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Am 22. Juli 1956 wurde die Evangelisch-Lutherische Johannes-Kirche ihrer Bestimmung übergeben. Das nimmt die Kirchengemeinde zum Anlass einen Festmonat zu begehen. Der offizielle Startschuss war das Jubiläumskonzert am Samstag, den 1. Juli ab 19.30 Uhr. Zu diesem Abend hatten sich zum ersten Mal zwei Männer relativ spontan zusammengefunden. Der ausgebildete lyrische Tenor Udo Scheuerpflug war als Gemeindeglied der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde immer wieder erfreut, Herrn Alexander an der 40 Jahre alten Steinmeyer-Orgel zu hören. Und er war dann erstaunt, als er Herrn Ott beim Pfingstgottesdienst Bach-Schemelli-Lieder singen hörte. Sofort erschien in ihm die Vision eines gemeinsamen Konzertes. Und das dieser erste Eindruck nicht trog, konnten die Konzertbesucher ab den ersten Tönen feststellen. Technisch versiert und brilliant holte Herr Ott beim Konzerteinstieg aus der kleinen Orgel das Optimale heraus. Er spielte von Buxtehude das Präludium und die Fuge in D-Dur. Dann wurde die beiden Musikanten, Anne-Sophie Almer, die Lektorin des Abends und das erschiene Publikum vom Hausherrn, Herrn Pfarrer Markus Maiwald, herzlich begrüßt. Es folgte das Rezitativ “Tröstet, tröstet mein Volk” aus dem händelschen Messias, das erste Zusammenspiel der beiden Musiker. Dem Rezitativ ließ der Tenor Udo Scheuerpflug ausreichend Raum, so dass die Textaussagen nachhaltig ins Bewusstsein der Zuhörer gerückt wurden. Dies wurde durch die dezente Begleitung an der Orgel unterstrichen. In der Meditation “An manchen Tagen” erzählte Pfarrer Markus Maiwald seine persönliche Osterbotschaft. Es folgte der musikalische Johann Sebastian Bach- Block mit “Dir, Dir, o Höchster, will ich singen”, “Wer nur den lieben Gott läßt walten” und “Auf, auf, mein Herz, mit Freuden”. Beim mittleren Stück nur an der Orgel erfreuten sich die Zuhörer an den exakten Phrasierungen von Herrn Ott, bei den beiden von Udo Scheuerpflug gesungenen Liedern an der guten Textverständlichkeit und die Brillianz in den Höhen. In der zweiten Meditation “Streicheln” versuchte Herr Pfarrer Maiwald, seine Sehnsucht nach den mütterlichen Seiten Gottes in Worte zu fassen. Es folgte der “Mendelssohn - Bartholdy” - Block, zunächst “Andante alla marcia” ein Orgelstück und dann die Arie “Dann werden die Gerechten leuchten” aus dem “Elias”, beides Stücke zum Schwelgen und Seele fliegen lassen, wobei das Orgelstück zur Arie gefühlvoll überleitete. Nach der dritten Meditation “In Gottes Namen” folgten zwei italienische Lieder, die jeweils zunächst auf Deutsch von Herrn Ott und dann auf Italienisch von Herr Udo Scheuerpflug gesungen wurden: “Ombra mai fu” von Händel und das sehr bekannte “Caro mio ben” von Giordani, ein stimmliche und musikalische Horizonteröffnung. Dem Italienisch lauschte man ganz anders, nachdem es vorher klar und deutlich auf Deutsch gesungen wurde. Vor allem das zweite Liebeslied ging dem Publikum sehr zu Herzen. Das Orgelstück “Alles ist an Gottes Segen” von Max Reger schob sich zwischen die beiden Lieder. Das Publikum fieberte förmlich einem Duett der beiden Sänger entgegen. Nach der letzten Meditation “Tage zählen”, wo es darum ging, die Zeit voll auszuschöpfen, wieder kongenial von Anne-Sophie Almer vorgetragen, ging der Wunsch in Erfüllung. Das Duett “Er weidet seine Herde” aus dem händelschen Messias folgte und zeigte, wie gut sich die beiden Sänger ergänzten und Freude hatten am gemeinsamen Gesang. Es folgte das Orgelstück “Vivace” aus der Trio-Sonate B-Dur von Stölzel und das perfekt vorgesungene “Ave Maria” von Bach/Gonoud. Den krönenden Abschluss bildete das italienische Duett “Fratello sole, sorella luna” von Ortolani. Spätestens jetzt war den Zuhörern klar, hier haben sich zwei gefunden, die hoffentlich noch öfter gemeinsam auftreten. Sie ergänzen sich sehr gut. Zum Ausklang war wieder die Orgel allein zu hören mit “Nun danket alle Gott”, bearbeitet von Paul Manz. Der stehende und lang anhaltende Applaus zeigte den beiden Akteuren und der Lektorin, dass ihnen das Publikum die Zusammenarbeit sehr dankte. Es hofft auf eine Fortsetzung. Markus Maiwald |