Trio Papanse verzauberte Konzertpublikumgelungenes drittes Jubiläumskonzert und Eröffnung der Ausstellungam 16. Juli 2006 |
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Neugierig stürzten sich die Besucher schon vor Beginn des Eröffnungskonzertes auf die Ausstellung“50 Jahre Johanneskirche Meitingen”.Auf 31 Bildtafeln ist die Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Meitingen zu sehen. Sie wird im nächsten Jahr 80 Jahre alt. Wichtige Stationen aus der Vorgeschichte der Gemeinde, der Weg hin zum eigenen Kirchengebäude, die zahlreichen Erweiterungen bis 1967 und thematische Schlaglichter aus der Personalgeschichte, der Mission, der Jugendarbeit und Seniorenarbeit sind in der bis September tagsüber offenen Johanneskirche zu sehen. Die erstaunlichste Entdeckung beim Sammeln, Konzipieren und Erstellen der Ausstellung war für die Pfarrfrau Beate Maiwald, dass die im Volksmund sogenannte “St.-Johannes-Kirche” ganz offiziell gar nicht so heißt. Der im Kirchenvorstand beschlossene Name Johanneskirche wurde 1956 vom Landeskirchenamt in München genehmigt; eine Alternative wäre Dreifaltigkeitskirche gewesen.Das Glockengeläut lockte die Besucher schnell auf die Kirchenbänke. Das Trio Papanse wurde durch den Hausherrn Pfarrer Maiwald und einen freundlichen Applaus begrüßt. Frau Regina Weiss nahm hinter dem Klavier Platz, Frau Isabella Wolf kontrolliert die Stimmung ihres sehr warm und voll klingenden alten Cellos und Frau Angela Hurler klappte ihren Liedordner auf. Das Trio Papanse nahm die Zuhörer auf eine musikalische Weltreise unter dem Thema Liebeslied in allen Variationen. Zwischen die einzelnen thematischen Liedblöcke wurden erst besinnliche, dann schwungwolle Klavier-Cello- Duos geschoben. “Pur dicesti, o bocca bello”, ein italienisches Liebeslied von A. Lotti, machte den Anfang. Hier hat sich der Geliebte endlich zu einem Ja zu seiner Geliebten durchgerungen. Erst stieg das Klavier ein, dann das Cello. Überraschend, glockenklar und völlig stimmig erklingt dahinein der Alt. Die Gesangsstimme ist im Zweiklang oder im Wechsel mit dem Cello. An spannungsvollen Textstellen unterstützt ein furioser Zusammenklang der drei Stimmen die vorgetragene Botschaft. Der Vortrag des durch C. Bartoli weltweit berühmten gewordenen “Caro mi ben” (auf deutsch: "Herzliebster mein”) von G. Giordani entlockte dem Publikum ein schlichtes Bravissimo. Nach dem Duett Barcarolle von F. Mendelssohn-Bartholdy stand das französische Liebeslied auf dem Programm: “La Valse de Paris” von Tabet und “Hymne a lámour” von Piaf. Pizzicato, legato - immer wieder spielte das Cello so, wie es das Lied und die Stimme brauchte. Schnell und langsam, laut und leise - das Zusammenspiel der drei Damen war stets im perfekten Einklang. Vor der Pause standen drei Blöcke Chaplin - Liebeslieder, Eternally und The Spring Song, die Jazz-Songs “The shadow of Your Smile von J. Mande und “The Heaven Hop” von C. Porter und drei tragische Tango-Liebeslieder von C. Gardel, Amargura, Reccuerdo und “El dia que me quieras”. Die Duos “Gebet” von R. Detloff, “Milonga en re” von A. Piazolla und der Tango von W. Zamastil war die perfekte Überleitung. Vor allem der letzte Tanga riss die Zuhörer endgültig mit und niemand konnte seine Füße still halten. Der ganze Körper war voll von Musik.Als Abschluss und Einstimmung auf die Pause trug Thomas Havelka das Gedicht seiner Frau Elisabeth “Zum 50-jährigen Jubiläum” der Johanneskirche vor. Danach entspannte man sich bei Sekt, Orangensaft und Wasser und entdeckte die eine oder andere Person auf den Bildern der Ausstellung wieder.Vom Stil her ganz anders bekleidet trat nach der Pause die Sängerin auf. Eine perfekte Inszenierung der nächsten Liedblöcke wurde geboten: Mit und ohne Zylinder, mit Mikro samt Nachhall und ganz natürlich, mit ganz leichten Stepschritten oder ohne - alles passte. Zwei alte deutsche Schlager machten den Anfang: “Kauf Dir einen bunten Luftballon” von A. Profes und “Kann denn Liebe Sünde sein” von Brühne. Vor allem ein Vers aus dem ersten Lied kann als Motto über das ganze Programm gestellt werden: “Flieg davon mit dem bunten Ballon ins Träumeland.” Weitere bunten Ballons waren “Manuela“ von I. Berlin, die Musikalhits “S´wonderful” von G. Gershwin, “Who would have dreamed” von C. Porter und “T´ áin´t nobodys biz-ness” von P. Grainger und noch einmal deutsche Schlager “Kinder” von F. Hollaender und “Ich bin so scharf auf Erika“ von E. Booz. Dazwischen schoben sich wieder Duos, wobei man beim “Großväterchen tanzt” von R. Detloff wirklich ein Großväterchen tanzen hören konnte. Nachdem der Applaus gar nicht mehr aufhörte, wurde als Zugabe das lustig gesetzte, aber bitterernst gemeinte Stück “Taubenvergiften“ von Kreisler geboten.Markus Maiwald |
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