Jubiläumskonzert - 40 Jahre Steinmeyer-Orgelam 21.10.2006 in der Johanneskirche |
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Perfekt entführt in die Welt des BarockIm Jahre 1966 wurde die Steinmeyer-Orgel Opus 2160 eingebaut und eingeweiht. Seither leistet sie der Gemeinde treue Dienste. Vor allem seit ihrer Generalüberholung, d.h. einem Ausbau aller Orgelpfeifen, deren Reinigung, der Neubelederung der Ventilklappen und der Renovierung des Orgelprospektes, der Reinigung und farblichen Fassung des Gehäuses im Sommer 2002 ist sie wieder perfekt in Schuss. Dieses besondere Orgeljubiläum wollte die Evangelisch-Lutherische Johannesgemeinde nicht einfach sang- und klanglos an sich vorüberziehen lassen. |
Doch fast wäre genau das passiert, wenn Herr Peter Meier, seit 40 Jahren einer der Organisten für die Meitinger Evangelische Kirche, sich nicht bei Pfarrer Markus Maiwald gemeldet hätte. Herr Markus Kiendl, im Hauptberuf Diplom-Informatiker, aber in der Freizeit ein leidenschaftlicher Musiker und begnadeter Organist erwies sich als gute Wahl für den besonderen Abend des Orgeljubiläums. Er zeigte, dass er mit dieser Orgel, deren besonderen Möglichkeiten und der Akustik der Johanneskirche bestens vertraut ist. Kein Wunder, denn seit Jahren erfreut auch er die Gemeinde bei Gottesdiensten mit seinem Orgelspiel. Nach der Begrüßung des Künstlers durch den Gemeindepfarrer wurde das zahlreich erschienene Publikum in die Welt des Barocks entführt. Zunächst begann es scheinbar ganz einfach und sanft mit dem Präludium und der Fuge F-Dur von Nikolaus Bruhns. Doch in so große Tiefen steigt die Orgel selten im normalen Sonntagsgottesdienst. Zunächst ertönt die Melodie in leichter Höhe und wird dann in der Tiefe fortgesetzt, die typische Kontrapunktik des frühen Barock. Unverkennbar geht es mit einer späteren Zeit weiter, dem klassischen Barock. Und das heißt Johann Sebastian Bach. Damit sich das Publikum an diese ganz andere Klangqualität gewöhnt, ertönt das Choralvorspiel “Wir glauben all´ an einen Gott, Vater” (BWV 740). Contrapunctus I aus der Kunst der Fuge schloss sich an. Ein wenig romantisch wurde es mit Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem Präludium II in G-Dur, eine leichte, bezaubernde Melodie wie ein Spaziergang durch den Frühlingswald. Forsch daher marschierend folgte vom selben Komponisten “Andante alla marcia” in B-Dur - eine Musik, die dem Hörer den Horizont öffnet und in die Weite führt. Dann ging es wieder zurück in der Welt des Barocks mit dem Bach´schen Choralvorspiel “Wachet auf, ruft uns die Stimme”. Die bekannte Melodie erklang in vielfachen Variationen und Klangschattierungen. Daran schloss sich das erste Meisterstück für Instrument und Akteuran, das Präludium und die Fuge in C-Moll, abermals Bach, an. Beinahe überirdisch ist diese Musik, die aus dem irdischen Jammertal entführt in die Ewigkeit. Man schwebt ins himmlische Jerusalem. Bei diesem schwierigen Stück brillierte Herr Markus Kiendl durch unglaubliche Geläufigkeit und starke Akzentuierung. Zur Entspannung folgten jetzt aus den 30 kleinen Choralvorspielen von Max Reger die Stücke “Ein' feste Burg ist unser Gott”, “Jesus, meine Zuversicht” und “Was mein Gott will, das g'scheh allzeit”, wieder ganz bekannte Melodien in völlig neuem Gewande. Den absoluten Höhepunkt und Rausschmeißer bildet abermals Bach mit dem Präludium Fuge C-Dur. Im perfektem Vortrag hat der Künstler das Beste aus diesem wunderbaren Instrument herausgeholt. Ganz andere Töne werden diesem sonst zur Begleitung benutzten Instrument entlockt. Die Besucher sind von der Klangfülle des Instruments überrascht. “Markus Kiendl gelangen überraschende Wendungen. Man glaubt es kaum”, so der ebenfalls anwesende Orgelsachverständige der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinz Dannenbauer. Die Entführung ins Barock lohnten die Zuhörer dem Akteur mit stehenden Ovationen. Befriedigt und beseelt durch das breite, unwahrscheinlich farbige und klare Programm machten sich die Konzertbesucher auf den Weg nach Hause und sind gespannt auf die nächste geistliche Abendmusik in der Johanneskirche. |
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