Evangelisch-Lutherische
Johannesgemeinde Meitingen
Geschmackssache
 
Jubiläum  

Symphonien und Flötenkonzerte
Friedrich der Große

Die Deutsche Grammophon ehrt den "Alten Fritz" zum 300. Geburtstag mit einer herrschaftlichen Zusammenstellung seiner schönsten Kompositionen. Friedrich der Große, König von Preußen, pflegte seine Leidenschaft zur Kunst und insbesondere zur Musik mit besonderem Ehrgeiz und gegen den strengen Willen seines Vaters. Zum Glück, denn seine Kompositionen sind einzigartiges, musikalisches Zeugnis seiner Zeit.

Seine schönsten Flötenkonzerte, darunter das Flötenkonzert Nr. 3 in C-Dur oder die Flötensonaten Nr. 7 in e-moll und Nr. 11 in D-Dur erschienen jetzt ebenso wie seine Sinfonia Nr. 3 - ein ganz besonderes musikalisches Jubiläumserlebnis.  

Männer und Frauen  

Schilf, von Juli Zeh

Sebastian, Familienvater und Anhänger der “ Viele- Welten-Theorie“ und Oskar, alleinstehend, besessen nur von zwei Dingen: seiner Liebe zu seinem Freund und seiner Arbeit. Eines Tages scheint Sebastians Sohn entführt worden zu sein. Der Entführer verlangt von Sebastian einen Mord zu begehen…
Kommissar Schilf liest auf dem Weg zu seinem nächsten Mordfall einen Artikel von Sebastian in einer Zeitung, dessen Theorien ihn faszinieren…

Sprachlich sehr gewandt, mit kleinem Durchhänger in der Mitte und einem überraschenden Ende.

Die Römerin , von Alberto Moravia

Rom in den 20er Jahren. Die Weißnäherin hat eine schöne Tochter (Adriana) die ihr Geld zunächst mit Modell stehen verdient. Nach dem Betrug ihres Verlobten (er ist bereits verheiratet) verdient sie sich ihren Lebensunterhalt auf der Straße. Trotz aller Widrigkeiten bleibt sie eine Träumerin und hofft bis zuletzt auf eine bessere Zukunft, zumindest für ihr Kind…

Eine fesselnde Geschichte, erzählt in unaufdringlichen Worten und in einer Zeit, die so ganz anders ist, als heute.

Suchen  

Der Koch , Martin Suter

Mit ayurvedischer Molekularküche, aphrodisierenden Zutaten, einer einseitigen Liebe, tamilischem Bürgerkrieg, Waffenschiebern und den Unterschieden der westlichen und fernöstlichen Welt (nicht nur in religiöser sondern auch in jeder andern Hinsicht) kocht Maravan ums Überleben im schweizerischen Exil.
Nach der Geschichte ist das Buch noch mit allerlei Rezepten versehen. -Wer sich gerne mit molekularer Küche beschäftigt, wird hier fündig.
Das Hauptgericht (der Höhepunkt) ist leider nicht ausreichend gewürzt.

P.S.: Einen Rotationsverdampfer für die Küche werde ich mir nicht besorgen!

Der verborgene Garten , Kate Morton

Drei Generationen ganz unterschiedlicher Frauen erzählen hier ihre Geschichte. Sie umfasst 100 Jahre und beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts.
Ein etwa 4 jähriges Mädchen kommt eines Tages mit dem Schiff von England in Australien an. Niemand scheint sie zu kennen, niemand sie zu vermissen…. Ein Hafenangestellter nimmt sich ihrer an und sie in seine Familie auf. Jahre später, an ihrem 21. Geburtstag, klärt der vermeintliche Vater die Tochter über die damaligen Umstände auf.
Als ältere Frau beginnt sie ihre Wurzeln zu suchen…

Eine Mischung aus Rosamunde Pilcher und Oliver Twist.

Geschichten aus dem nahen Osten

 

Memoiren einer unrealistischen Frau, Sahar Khalifa

Mit einer blumigen Bilderfülle, die in einer anfangs verwirrenden Weise die Ebenen von Traum, Erinnerung und realem Geschehen ineinander schiebt, erzählt Sahar Khalifa die Geschichte einer unfreien Frau. Niemand ist frei und glücklich in diesem Buch, alle sind verstümmelt durch dieselben Strukturen. Der Mann hat zwar Vorteile, denn er ist körperlich stärker, hat die Verfügungsgewalt über das öffentliche Leben, aber überlegen ist er nicht. Innerhalb der Ehe nutzt jeder der beiden Mittel, dem Anderen die Hölle zu bereiten. Den Gewaltausbrüchen des Mannes stehen die vernichtende Wirkung der Kälte und des Totschweigens durch die Frau gegenüber.

Eine Geschichte, die in die Tiefe geht und fesselt.

Geschichten aus Tel Ilan, Almos Oz

Amos Oz führt uns mit wenigen kurzen Erzählungen, die alle miteinander zu tun haben, nach Ilan, in einen kleinen Ort irgendwo im nördlichen Israel. Er beschreibt die Menschen mit ihren Sehnsüchten, ihrem Scheitern, den menschlichen Verfehlungen und Lieben.
Er betrachtet die Schicksale seiner Figuren mit einer Anteilnahme, die sich auf den Leser überträgt.
Den Schluss des Bandes bildet eine Art Endzeiterzählung mit einem fast kryptischen Fazit: "Reden führt zu nichts... Wer arbeiten kann, soll arbeiten, er soll arbeiten und leiden und schweigen. Und wer nicht mehr kann, bitte, der soll sterben. Und Schluss."

Ein Buch, so poetisch und anrührend wie man es selten findet.

Allein auf der Welt

Die grüne Wolke, A. S. Neill

Nachdem sich die grüne Wolke verzogen hat, sind anscheinend Neill, Pyecraft und die Kinder von Summerhill alleine auf der Welt. Die Menschen sind zu Steinstatuen geworden, alles steht wie in einer Momentaufnahme still. Und so kämpfen die Protagonisten gegen Tiger, fliegen Kampfjets und nehmen es gar mit Gangstern auf ... natürlich immer mit einem Augenzwinkern.

Das Buch, ursprünglich ein Kinderbuch, würde aus heutiger, pädagogischer Sicht sicher durchfallen. Die Handlungen sind zum Teil etwas blutrünstig, und doch werden diese Szenen mit kindlichem Humor geschildert. Neill lässt nach jedem Kapitel die Kinder zu Wort kommen und kommentieren.

Die Wand, Marlen Haushofer

Über Nacht ist alles anders. Als die namenlose Frau langsam realisiert, dass diese durchsichtige Wand sie vom Rest der Welt trennt, beginnt sie sich in ihrer erzwungenen Einsamkeit einzurichten. Auf der anderen Seite scheint kein Leben mehr zu existieren.
Im Rückblick reflektiert sie ihr bisheriges Leben und schildert ihre Bemühungen das eigene Überleben und das ihrer Tiere zu sichern.
Sie klagt nicht, sie lebt ihr Leben zwischen Geburt und Tod, sähen und ernten.

Ein Buch der leisen Töne und der Erkenntnis, wie wenig man zum Leben braucht.

Begegnungen

Nazareth vor über zweitausend Jahren: Eine Frau sitzt nachts am Sterbebett ihres betagten Mannes. In den Stunden zwischen Leben und Tod, erinnert sie sich an ihr eigenes Leben und lässt es Revue passieren. Am nächsten Morgen wird sie nicht nur ihren Ehemann verlieren, sondern auch ihren ältesten Sohn. Denn dieser, an dem sie mit großer Liebe hängt und dessen Wesen ihr manchmal fremd ist, wird seinem Schicksal nicht entgehen.
Maria, deren Namen im Buch übrigens niemals genannt wird, ist hier so ganz anders, als das Bild, das wir sonst von ihr haben.
Ein Buch das Gegensätze miteinander verbindet. Provokant und fromm, mal komisch, mal berührend. Vor allem aber sehr menschlich.

Erinnerungen

Kategorie: Baklava und Mokka

Auf dem Jakobsweg, Paulo Coelho

Den Weg sind viele schon gegangen. Heute ist er wieder modern, doch als Coelho sich auf den Weg macht, in den 80er Jahren, war er fast vergessen. Was ihn an sein Ziel bringt ist nicht immer leicht zu verstehen. Er gehört einer Bruderschaft an, die ihm gerade die Meisterweihe versagt hatte. Um seine Demut zu beweisen und sich selbst kennen zu lernen macht er sich mit seinem Führer Petrus auf den 700 km langen und beschwerlichen Weg. Unterwegs lehrt ihn sein Begleiter verschiedene Exerzitien. Coelho erzählt sehr persönlich von seinen spirituellen Prüfungen und von den Strapazen seiner Wallfahrt.
Das Buch nimmt den "Gang" raus, der in unserer Zeit immer einen Tick zu schnell ist und kann Anleitung zum Innehalten geben.

Kategorie: leichter Rotwein mit Oliven

Lachen und Weinen oder: vom neu anfangen und loslassen können

Der Wolkenschieber, Alexander Hoffmann

Er ist fester Bestandteil der High Society von Düsseldorf. Werbefachmann Thomas feiert sein letztes rauschendes Fest, im Mittelpunkt seine schöne junge Frau. Aufträge hat er schon lange keine mehr an Land gezogen, die finanziellen Sorgen drücken ihn und der Gerichtsvollzieher wird ständiger Besucher im noblen Heim. Der gesellschaftliche Abstieg beginnt und mit ihm ein Kampf ums nackte Überleben. Die Angst, Laura, seine Frau, würde ihn wegen des finanziellen und gesellschaftlichen Ruins verlassen, betäubt er mit Beruhigungspillen.
Thomas erfährt im Laufe der Geschichte einige Überraschungen, doch die größte ist wohl seine Frau...
Ein Buch mit viel Witz, in dem kräftig mit der "besseren Gesellschaft" abgerechnet wird und das auch für Nicht-Düsseldorfer viele Lachtränen bereithält.
Kategorie: Leicht und locker

Beim Leben meiner Schwester, Jodi Picoult

Anna ist 13 Jahre und einzig zur Rettung ihrer Leukämiekranken Schwester geboren worden. Die beiden sind sehr eng miteinander verbunden, nicht nur weil Kate medizinisch von Anna abhängig ist. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo Anna ihrer Schwester eine Niere spenden soll - die einzige Möglichkeit für Kate zu überleben. Doch Anna weigert sich. Sie beauftragt einen Anwalt, der ihr helfen soll in Zukunft über sich selbst bestimmen zu dürfen. Die Familie ist erstmal über Annas Entscheidung entsetzt, zumal sie ihre Beweggründe nicht offen legt. Es beginnt eine Zerreißprobe ...
Jeder Beteiligte erzählt diese Geschichte stückweise aus seiner Perspektive. Zusammen ergibt dies ein authentisches, bewegendes Buch. Fesselnd bis zur letzten Seite.
Ein Buch mit Tiefgang. Lesenswert. Aber: Unbedingt in kleinen Dosen zu sich nehmen!
Kategorie: Schwere Kost mit leicht bitterem Ende.

Ausgezeichnet - Literaturpreise

Alfred und Emily, Doris Lessing
Nobelpreis für Literatur 2007

Was wäre wenn...?
In ihrem ersten Buch nach der Literatur-Nobelpreisverleihung erzählt Doris Lessing die Geschichte ihrer Eltern, wie sie gewesen sein könnte.
Doris Lessing schenkt dem, in Wirklichkeit vom Ersten Weltkrieg traumatisierten, Vater in der Geschichte eine Farm im ländlichen England. Ihre Mutter, die ihr Leben lang mit ihrem Schicksal haderte, macht sie zu einer unabhängigen Frau mit wichtiger gesellschaftlicher Aufgabe. - Ein wunderbares Gedankenspiel!
Doch im zweiten Teil des Buches sieht Doris Lessing der Realität ins Auge und erzählt wie es wirklich war.
Bitter-süß anders rum.

Das neue Leben, Orhan Pamuk
Nobelpreis für Literatur 2006

Der Architektur-Student Osman möchte die Aufmerksamkeit einer jungen Frau gewinnen, in deren Hand er ein Buch gesehen hat. Daraufhin liest auch er dieses Buch, das ihn nicht mehr los lässt. Die Frau ist mit einem anderen Studenten liiert, und beide gemeinsam haben Osman ohne dessen Wissen bewusst als Leser für dieses Buch auserkoren, um zu ergründen, welche Wirkung es auf ihn haben wird. Kurze Zeit später verschwinden beide kurz nacheinander spurlos und Osman macht sich auf die Suche nach ihnen.
Liebesgeschichte, Abenteuerroman und Detektivgeschichte in einem. Erfordert ein wenig Geduld.

Der Joker, Markus Zusak
Deutscher Jugendliteraturpreis (Jugendjury) 2007

Ed sieht sich selbst als Verlierer und Inbegriff der Mittelmäßigkeit. Doch eines Tages liegt in seinem Briefkasten eine Spielkarte - ein Karo-Ass. Darauf stehen drei Adressen. Die Neugier treibt ihn hin zu diesen Orten, doch was er dort sieht, bestürzt ihn zutiefst: drei unerträglich schwere Schicksale, Menschen, die sich nicht selbst aus ihrem Elend befreien können. Dreimal fasst er sich ein Herz, dreimal verändert er Leben...

Voll Weisheit, Leidenschaft, Mut und Güte

Starke Frauen, ihre Geschichte(n) und ihre Gärten

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg , Konstanze von Schulthess
Nina, die Witwe des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, verliert am 20. Juli 1944 alles, was sie liebt: ihren Mann, ihre Kinder, ihre Familie, ihre Existenz.

Ihrer Tochter Konstanze gelingt mit diesem Buch die Biografie einer stillen Heldin, die unbeirrbar und unbeugsam alle Schicksalsschläge meistert. Mit Menschlichkeit, Wertebewusstsein und einer beeindruckenden Aufrichtigkeit, die jetzt endlich aus der ganz persönlichen Perspektive der Tochter gewürdigt wird.

Frauen und ihre Gärten, Charlotte Seeling
Zu sich finden in der Natur, Bäume, Sträucher und Blumen für kreative Gestaltung einsetzen, den Garten als Forum für künstlerische Ausdrucksformen nutzen: all dies, aber noch weit, weit mehr steckt hinter Charlotte Seelings stimmungsvollem Bildband. Die Journalistin präsentiert 23 Porträts ausgefallener, exotischer, einfach umwerfend schöner Gärten. Dazu Bilder, in die man hineinspringen möchte, Bilder, die einem mit ihrer lebendigen Schönheit schlichtweg den Atem rauben.

Der Geschmack von Apfelkernen, Katharina Hagena
Der Geschmack von Apfelkernen ist süß und zugleich bitter. Ein Buch über die Liebe, den Tod und das Vergessen! Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug.

Krimis aus deutschen Landen

Laienspiel Kobr/Klüpfel
Unser geschätzter Kommissar Kluftinger stürzt sich in sein 4. Abenteuer. Im dritten Teil hatte er noch mit der Vergangenheit zu tun, jetzt greifen die Autoren in die Trickkiste und haben die Zeit ein wenig weitergedreht.

Zur Zeit der EM in diesem Jahr ereignet sich ein mysteriöser Selbstmord, der sogar das BKA ins Allgäu lockt.

Kluftinger kämpft nicht nur mit Terroristen sondern auch mit seinem Gasgrill und der wenig verlockenden Aussicht einen Tanzkurs besuchen zu müssen. In „Laienspiel“ probt das ganze Dorf den „Wilhelm Tell“, doch der wahre Held heißt Kluftinger.

Das Allgäu schmeckt lecker, luftig, lustig

Die Tote am Watt Gisa Pauly
Ein Mord auf der Ferieninsel Sylt! Eine reiche Witwe wird erdrosselt aufgefunden. Der Täter müsste mit einer DNA-Analyse schnell zu ermitteln sein. Doch Haupt-kommissar Erik Wolf hat seine Rechnung ohne seine Schwiegermutter gemacht. Mama Carlotta, die im Augenblick zu Besuch ist, hält wenig von solchen modernen Ermittlungsmethoden. Mit italienischem Charme und ihrer weiblichen Intuition mischt sie sich in die laufenden Ermittlungen ein. Dabei bringt sie sich selbst in Lebensgefahr und die Ermittler an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.

Sylt schmeckt ein bisschen nach Italien. Mama mia.

Eifel Krimi Kult Kiste (Audiobook, Audio CD) Autor : Jaques Berndorf, Sprecher: Dietmar Bär, Günter Lamprecht, Claudia Amm, Sascha Icks
5 Krimis aus der Eifel enthalten Idylle, Liebe, Mord, Habgier, Korruption und Erpressung.
Der Held in diesen Geschichten heißt Siggi Baumeister. Er ist kein Kommissar, sondern Journalist. In der „mörderischen“ Eifel wird der unterstützt von einem Kriminal-beamten a. D. und dessen Ehefrau.
Die Stimmen von Dietmar Bär und Günter Lamprecht gestalten die Geschichten spannend und mit einem gewissen Witz.

Die Eifel schmeckt. Allerdings sollte man nicht alles auf einmal genießen, sondern sich immer nur eine Portion gönnen. Auf diese Weise hat man mehr davon.

Philosophisches

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Hektors Reise oder die Suche nach dem Glück, François Lelord Auf die Frage: „Was ist Glück?“  bekommt Hektor , ein Psychiater aus Paris, viele verschiedene Antworten. Jedem dem er diese Frage stellt, scheint eine andere Art des Glücks zu kennen. Hektor sammelt auf seiner Reise um die Welt bei den Menschen die er (oft zufällig) trifft diese Antworten um sein eigenes Glück zu finden. Aus der Liste, die er im Laufe der Zeit zusammenstellt, lernt er, dass er sein Glück eigentlich schon längst gefunden hat. Er kehrt nach Hause zurück und lebt von nun an glücklich und zufrieden.
Wie ein Märchen ist dieses Büchlein geschrieben. Einfach und mit Leichtigkeit, die auf der einen Seite all jene beruhigt, die auch auf der Suche sind und einfache Antworten zu ihrem Glück suchen. Auf der  anderen Seite kann einem die kindliche Sprache ein wenig auf die Nerven gehen. Insgesamt fehlt der Tiefgang.

Genießen Sie dieses Buch im Schatten bei einem Espresso.

Die Schule der Egoisten, Eric-Emmanuel Schmitt
Ja, werden sie sagen, schon wieder der! Ja, sage ich Ihnen und, immer wieder Schmitt!
Ein Philosophiedoktorand stößt durch Zufall auf die Spuren eines Exzentrikers aus dem 18. Jahrhundert. Verbissen und sich selbst vergessend jagt er Gaspard Languenhaert und dessen Philosophie, die da einfach lautet: “Ich bin Gott!“ hinterher.
Wer ist dieser Mann, der behauptet es existiert keine Materie? Alle Dinge sind einzig in ihm, durch ihn und für ihn. Ein großer, vergessener Philosoph? Ein Wahnsinniger? Oder ein Mensch, der unter seinem scharfen Verstand leidet?
Jeder von uns hat schon mal daran gedacht, was wäre, wenn man der einzige Mensch auf der Welt wäre, und der Rest nur scheinbar real. Genau dieses Gefühl spricht E.-E. Schmitt an.
Er führt den Leser an den Rand des gesunden Menschenverstandes über einen philosophischen Krimi.
Absolut lesenswert!

Zu diesem Buch empfehle ich eine launig-lauschige Sommernacht, einen exzellenten Rotwein und danach Freunde, mit denen es sich weiter philosophieren lässt.

Märchen

... aus dem Norden
Irische Weihnachtserzählungen, Gütersloher Verlagshaus
Märchen von verschiedenen Autoren wie James Joyce, Patricia Lynch und Pádraig Ó Stochfhradha.
Wissen Sie was ein Wren-Boy ist? Oder, warum seltsame Gestalten wie „Tom Fool“, „Queen“ und „the Doctor“ am 2. Weihnachtsfeiertag durch die Straßen ziehen?
Die Geschichten erzählen mal von Kindern, mal von Zwergen und von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen.
Und wie Märchen so sind, sind die Geschichten lustig, lehrreich oder einfach nur zum Nachdenken. Ein Jahrhundert Weihnachten in Irland, zusammengefasst in 14 Stories, zur Vorbereitung auf das nächste Fest, oder zum Lesen in (hoffentlich) ruhigen Stunden während der Feiertage.

... und aus dem Süden
Meine afrikanischen Lieblingsmärchen, Nelson Mandela
Hier wird´s einem warm ums Herz. Nicht nur die wunderbaren Bilder, gemalt von afrikanischen Künstlern, farbenfroh und phantasievoll, machen das Buch zu etwas Besonderem. Vor allem die, (zum großen Teil alten, über-lieferten) Geschichten, fremd und geheimnisvoll, voller Witz und Lebensmut, bringen einem die Sonne näher. Zaubervogel, Schlangenbeschwörer, Wolkenprinzessin, Geisterabfüller und viele exotische Tiere bevölkern die Geschichten. 30 Geschichten – Märchen für einen ganzen Monat! Zum Vorlesen und selbst lesen, zum Verschenken, oder selbst behalten!
Nelson Mandela sagt in seinem Vorwort: „Möge die Stimme des Geschichtenerzählers in Afrika nie verstummen; mögen alle Kinder Afrikas das Wunder der Bücher erleben und nie ihre Fähigkeit verlieren, ihr Leben auf dieser Erde durch die Magie der Märchen zu bereichern.“
Und ich füge noch hinzu: Es möge für alle Menschen gelten!“

Therapie - bitte nicht stören!

... sich etwas von der Seele plappern:

Sag´s nicht weiter, Liebling, Sophie Kinsella
Emma hat Problemchen. Als sie in einem Flugzeug sitzt und glaubt, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen, entschließt sie sich zur Beichte. Unterstützt durch Alkohol, fällt es ihr leicht ihre intimsten Geheimnisse auszu-plaudern. Nur, leider ist ihr Beicht-vater auch ihr Chef..
Amüsante Geschichte ohne Tiefgang.
Für junge (gebliebene) Frauen und unverbesserliche Romantiker/innen

...dunkle Geheimnisse offenbaren:

Die Therapie, Sebastian Fitzek
Eine kleine Insel. Ein abgelegenes Ferienhaus. Eine offenbar geisteskranke Frau, ein trauernder Psychiater und ein düsteres Geheimnis. Dies ist die Mixtur, die den Blutdruck und den Puls in die Höhe bringen.
Wer in die Geschichte eingetaucht ist, wird sie so schnell nicht wieder aus der Hand legen. Leider wirkt das Ende ein wenig konstruiert und aufgesetzt.
Keine Überraschung für die, die sowieso alles schon kennen.

...einen neuen Weg finden:

Ich bin dann mal weg, Hape Kerkeling
Eine bekennende Sofakartoffel pilgert durch Nordspanien! H. Kerkeling kennt fast jeder - denkste!
Nach einer gesundheitlichen Krise stellen sich ihm Fragen, auf die er Antworten sucht. Reiner Zufall bringt ihn auf den Jakobsweg. Zweifelnd macht er sich auf den Weg. Er legt sich über die Länge des Weges, die er gehen will, und das Ziel anfangs nicht fest. Oft ist er alleine unterwegs, Zeit, die Gedanken frei zu lassen... Manchmal begegnet er seltsamen Leuten...
Auf seiner Reise zu sich selbst und auf der Suche nach Gott, lernt man einen Kerkeling kennen, den man so noch nie gesehen hat. Seine Tagebuchnotizen sind skurril, traurig, zum Brüllen komisch und vor allem ehrlich.
Auf der Buchrückseite steht: ...Witz, Weisheit, Wärme... - dem schließe ich mich an!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen...

Vielleicht nach Frankreich?

Trüffelträume, Peter Mayle
Kein besonders anspruchsvolles Buch.Beschaulich in der Provence an einem duftendem Lavendelfeld sitzen, den Champagner in der Hand. Von Mr. Bennetts abenteuerliche Trüffeljagd lesen und sich den sanften Abendwind um die Nase wehen lassen.

Ja, auch das kann Urlaub sein...

Oder nach Irland?

Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
Frank wird in Amerika geboren und muss nach Irland. Hier ist er völlig fremd. Die Menschen und ihre Geschichte(n) lernt er auf manchmal bedrückende Art und Weise kennen. Er will zurück in seine Heimat, die heißt für ihn Amerika.
Das Buch ist traurig, lustig, macht nachdenklich und irgendwie glücklich. – Vielleicht weil es einem selbst so gut geht?

Oder Arabien?

Erzähler der Nacht, Rafik Schami
Die schönsten Geschichten und Märchen kommen aus dem Morgenland! Die Freunde von Salim stehen vor einem Rätsel. Salim, der beste Geschichtenerzähler hat plötzlich seine Stimme verloren. Wie kann man ihm helfen? Natürlich. Geschichten erzählen! Zum Beispiel mit der Geschichte, wie einer nach einem Traum hungerte und die anderen damit satt machte.
Sehr poetisch, traumhaft, märchengleich, wunderschön…

Kleine Weltreise gefällig?

Der Schwarm, Frank Schätzing
Die Reise führt von Peru über den Norden Europas und Amerikas in alle Weltmeere. Irgendetwas Unheimliches scheint die Welt in eine Katastrophe zu führen. Was ist es? Was will es? Und, kann man es bezwingen? Müssen die Menschen in ihrem Umgang mit der Natur umdenken? Ist das Grauen die letzte Chance für einen Neubeginn?
Spannend. Utopisch!? Möglich?

Nach Paris!

Zusammen ist man weiniger allein, Anna Gavalda
Paris. Vier eigenwillige Menschen suchen ein Zuhause. Sie beginnen neu, bilden eine WG. Es wird gestritten und geliebt. Vom jüngsten Mitbewohner (26 J.), bis zur ältesten (83J.) spannt sich der Reigen von Gefühlen und Geschichten. Vom streiten und lieben, vom helfen und heilen.
Witzig, liebevoll und manchmal traurig. Verrückt und charmant. (U.Forner)

In die Vergangenheit ...

Drei Kameraden
, Erich Remarque
Drei junge Kriegskameraden versuchen im Berlin der 20er Jahre mit all seiner Lebensfreude, politischer Unruhen und Inflation, eine Existenz zu gründen. Im Mittelpunkt steht eine ergreifende Liebesbeziehung. Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Tod - nichts klingt übertrieben oder seicht. Ganz nebenbei lernt man viel über die damalige Zeit.
Empfehlenswert!

Ostermenü

Zur Vorspeise:

Monsier Ibrahim und die Blumen des Koran

Eric-Emmanuel Schmitt

Eine liebevolle Geschichte über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Monsier Ibrahim und Moses, einem zwölfjährigen Jungen. Dank seines weisen Freundes lernt Moses viel über das Leben, über Toleranz und Güte.

Auf ihrer Reise in die Vergangenheit beginnt für Moses die Zukunft.

Zur Hauptspeise:

Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

Wenn Elke Heidenreich über diese Buch sagt: „…rundrum das, was man einen wunderbaren Schmöker nennt.“ dann kann man dem nur beipflichten. Der geheimnisvolle Roman mit der Geschichte in der Geschichte ist spannend, (manchmal) traurig und unheimlich, aber nie ohne Hoffnung auf ein gutes Ende.

Und dann:

Das Evangelium nach Pilatus, Eric Emmanuel Schmitt

Es beginnt mit einem Mann im Garten am Ölberg, der auf seine Verhaftung wartet.
Der andere Mann, Politiker und Philosoph, bedacht auf Ruhe und Ordnung in seiner Provinz.
Mit den Juden und ihren Verrücktheiten kann er nicht viel anfangen. Er sucht nach einem plausiblen Grund für Jesus Auferstehung Pilatus stellt Hypothesen auf und muss sie wieder verwerfen.

Weihnachtliche Düfte

Tintenherz, Cornelia Funke
Bücher, rätselhafte Gestalten, Magie und viel Spannung. Dieses Buch ist seit Monaten in den Bestseller-Listen, mit Recht. Nicht nur Jugendliche verschlingen diese Geschichte, auch die „Großen“ begleiten Meggie und Mo bei der geheimnisvollen Reise.

Schmeckt nach Zimtsternen

Das Schaf Charlotte, Anu Stohner, Henrike Wilson
Ein kleines Schaf mit großem Herzen auf Abenteuersuche. – Und die findet sie auch. Charlotte ist übermütig und liebenswert. Da macht Vorlesen für die Kleinen richtig Spaß. Und auch Erstleser werden auf den Geschmack kommen ...

Schmeckt nach Spitzbuben

A long way down, Nick Hornby
Wenn jemand von Dach springen will, macht er das alleine. Aber was passiert, wenn auf dem Hochhaus plötzlich noch 3 Gestalten auftauchen, die das gleiche Ziel haben?! Es entspinnt sich eine (zum Teil) handfeste Diskussion. Und weiter? Lassen Sie sich überraschen ...

Schmeckt nach Florentinern

Zorro, Isabel Allende
Wir alle kennen Zorro. Doch wie war seine Kindheit? Wie wurde er zu dem tollkühnen Kämpfer für Gerechtigkeit, dessen Abenteuer wir bewundern? Was haben Indianer, Piraten und spanische Edelleute mit seiner Geschichte zu tun? Findet der „Fuchs“ seine große Liebe? Antworten für alle Liebhaber/innen romantischer und gut aussehender Helden gibt es hier. Und weiterträumen ist nicht verboten ,,,

Schmeckt nach Marzipan-Schokoladenherzen

Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
Das 20. Jahrhundert einmal von vorne bis hinten, mit dem Schwerpunkt auf der 2. Hälfte. Eine Erzählung über (Männer-)Freundschaft, Liebe(n) mit Ecken und Kanten und einem besonderen Kind mit einem ungewöhnlichen Auftrag.

Schmeckt nach Vanillekipferl

Die Glut, Sándor Márai
Ein alter Mann erwartet seinen Jungendfreund für eine Nacht zu Besuch. Er hat sich vorbereitet. Er will und muss ihm die Fragen stellen, die ihm seit 40 Jahren auf der Seele liegen. Über seine eigene Frau, über die Freundschaft, die Leidenschaft, Treue und Vertrauen, Lüge und Wahrheit.

Schmeckt nach Lebkuchen

Kaffeetrinken im Spätherbst

Maria, ihm schmeckt´s nicht! Jan Weiler
Kennen Sie Herrn Marcipane? Nein? Sie sollten ihn kennen lernen - und auch seine Sippe. Die italienisch-deutsche Be-ziehung von Schwiegervater und Schwiegersohn ist, gerade am Anfang, nicht ganz einfach -aber köstlich unterhaltsam.

Schmeckt nach Erdbeerkuchen mit Sahne und Capuccino.

Für immer vielleicht, Cecelia Ahern
Rosie und Alex kennen sich seit sie 5 Jahre alt waren. Als ihre Wege sich trennen, bleiben sie in Kontakt per Brief, E-Mail, Karten usw. Sie sind oft ganz nah daran endlich zusammen zu finden. Doch dann… Das Buch ist etwas besonderes, nicht nur weil es ausschließlich den Schriftverkehr von Rosie und Alex sowie deren Familien und Freunden wiedergibt, sondern auch weil es trotz der traurigen Momente leicht und locker ist.

Schmeckt nach Schokoladentorte und Irish Coffey.

Erntedank, V. Klüpfel und M. Kobr
Wie Kommissar Kluftinger bei seinem 2. Fall im beschaulichen Altusried zwischen Mord-ermittlung und Blasmusikauftritt, Homeshopping und Wasser-rohrbruch agiert, ist nicht nur spannend, sondern auch urkomisch.

Schmeckt nach Bienenstich und Kaffee.

Tiefe, Henning Mankell
Schweden 1914: Ein Mann, dem seine Obsession zum Verhängnis wird. In den äußeren Schären, einer unwirklichen Wasser-Landschaft beginnt etwas Düsteres, Böses. Er ist Gefangener in seinem eigenen Netz aus Lügen und Betrug. Lars Tobiasson-Swartman treibt es auf die Spitze, doch dann stürzt er in die bodenlose Tiefe… .

Schmeckt nach Herrentorte und Cognac.