Evangelisch-Lutherische
Johannesgemeinde Meitingen
über uns
           

Pfarrer:
Markus Maiwald

 

 

 

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Sekretärin:
Gudrun Krumschmidt

 

Messnerin:
Josefa Kopp

 
 

Der Kirchenvorstand

Verabschiedung des "Alt"-Kirchenvorstandes 2006

 

Meitingen

liegt 25 km nördlich vor den Toren Augsburgs in bayrisch Schwaben. mehr ...

 

Chronik unserer Gemeinde

Es ist nicht verzeichnet, wann der erste evangelisch-lutherische Christ nach Meitingen und Umgebung auftauchte. Um 1900 hatte er jedenfalls noch Seltenheitswert. Ein Postbeamter hatte es um diese Zeit schwer in Meitingen eine Wohnung zu finden, wenn seine Frau evangelisch war. Für die kleine Schar gab es nur gelegentlich Hausgottesdienste und unregelmäßigen Religionsunterricht. Der erste größere Gottesdienst für die evangelische Gemeinde fand am 1. Weihnachtsfeiertag 1922 im heutigen Johannesheim statt; und zwar in einem Büroraum der LEW. Diese bauten damals ihre Kraftwerkskette und beschäftigten dabei wohl auch evangelische Christen, so dass die geringe Zahl der Ansässigen Verstärkung erhielt.
Als es nun in Meitingen Strom gab, entstanden die Fabrikgebäude der heutigen SGL Carbon AG (damals: Siemens-Plania AG) und damit die Kantine dieses Werkes, in der die seit 1925 regelmäßig gehaltenen Gottesdienste eine Heimstätte fanden. Die Leitung des Werkes ließ alle vier Wochen den Raum für den Gottesdienst vorbereiten und schmücken. Betreut wurde die kleine Gemeinde von der evangelisch-lutherischen Hilfsgeistlichenstelle beim Pfarramt Donauwörth.

Am 10.06.1927 wurde durch den Landeskirchenrat die evangelisch-lutherische Tochtergemeinde in Meitingen ins Leben gerufen. Das bedeutete, dass die ca. 150 Gemeindeglieder eine Körperschaft des öffentlichen Rechts bildeten und einen Kirchenvorstand zu wählen hatten. Die kleine Gemeinde war voll Eifer, einen Beetsaal oder ein Kirchlein zu bauen und so wurde schon im Herbst 1927 ein Grundstück für 2700 Reichsmark von der Gemeinde Meitingen für den Kirchenbau erworben (jetzt Wohnanlage „Lechpark“ an der Bernhard-Monath-Straße).
Zum Kauf des Grundstücks wurde eigens ein Verein gegründet, weil der Notar nicht glauben wollte, dass die Tochterkirchengemeinde eine Rechtsperson war. Im Januar 1929 berichtet der Hilfsgeistliche Hertrich an den Kreisdekan, dass schon für das nächste Jahr mit dem Bau des Kirchleins gerechnet werde. Es schein, dass damals in Meitingen ein Kirchenbaufieber herrschte, denn auch die katholische Gemeinde hatte die alte St. Wolfgangskapelle abgerissen und legte den Grundstein für die neue große Kirche. Es war auch kurz daran gedacht worden, ob die neue Kirche nicht beide Gemeinden aufnehmen könnte; aber dafür war die Zeit noch nicht reif.
Die Wirtschaftskrise 1929 machte den Bauplänen der Evangelischen ein Ende. Es fehlte überall Geld, und so waren die Kirchgänger froh, dass sie weiter alle vier Wochen in der Kantine einen lichten, warmen Raum für den Gottesdienst fanden.
Nach Abklingen der Wirtschaftskrise wurde von der Siemens-Plania AG eine neue, viel größere Kantine gebaut, die von diesem allzeit großzügigen Förderer der Gemeinde auch weiter für die Gottesdienste zur Verfügung gestellt wurde. Seit 1936 wurde versucht, den 1927 erworbenen Bauplatz gegen einen mit günstigeren Abmessungen zu tauschen. Erst 1954 konnte dieser immer wieder ins Auge gefasste Tausch durchgeführt werden.

In den Jahren nach dem Krieg änderte sich das Bild der evangelischen Diasporagemeinde in unserem Bereich vollkommen. In allen Dörfern hatten sich evangelische Heimatvertriebene niedergelassen und eifrig wurden sie gezählt, um eine Grundlage für die erforderlichen organisatorischen Maßnahmen zu gewinnen. Die benachbarte Tochterkirchengemeinde Wertingen schnitt zunächst ganz gut ab, weil sie nicht nur mehr Gemeindeglieder, sondern auch einen zugezogenen Pfarrer aufweisen konnte. Dort gelang es von der lutherischen Weltvereinigung eine Kirche als Geschenk zu erhalten, die am 12.03.1950 eingeweiht wurde. Die Ausrichtung der Gemeindeglieder nach Augsburg, wo viele ihr Arbeitsstätte hatten, und die besseren Verkehrsverbindungen dorthin führten dazu, dass die Tochterkirchengemeinden Meitingen und Wertingen vom Dekanat Ebermergen zum Dekanat Augsburg umgepfarrt wurden (12.05.1951). Meitingen wurde am 22.02.1951 der am 10.04.1950 entstandenen Pfarrei Wertingen angegliedert. Seit 1940 war fast ständig ein evangelischer Geistlicher in Meitingen. Zunächst der pensionierte Pastor Isleib, der als Amtsaushilfe in Anspruch genommen wurde und bald nach seinem Tode verschiedene Vikare. Freilich waren Gottesdienste nur in zeitlich größeren Abständen, weil die Kantine nicht öfter benutzt werden konnte.
Das besserte sich, als das Christkönigsinstitut seine Gebäude erweiterte und die katholische Kirchengemeinde ihr Jugendheim baute. Diese neuen Räume standen freundlicherweise der evangelischen Gemeinde für Gottesdienste zur Verfügung.
Aber das Fehlen eines eigenen Kirchenraumes wurde immer schmerzlicher empfunden. In Meitingen wurden immer mehr Wohnungen gebaut und es zogen immer mehr Heimatvertriebene zu. Dadurch vergrößerte sich auch die Kirchengemeinde erheblich. Als dann die Gemeinde Meitingen und die Firma Siemens-Plania AG erhebliche Unterstützungen für den Kirchenbau zusagten, wurde es möglich, dass am 16. Oktober 1955 der Grundstein zur neuen Kirche durch Dekan Lindenmeyer gelegt werden konnte.
Die Kirche – am 22. Juli 1956 geweiht – sah noch recht ärmlich aus. Für den Innenausbau war kein Geld mehr vorhanden. 72.000,- DM hatte der Bau gekostet. Auf dem Turm hing nur die von Siemens-Plania gestiftete kleine Glocke in cis mit der Innschrift „Friede sei mit euch“, in der kleinen Altarnische stand ein primitiver Tisch, der seine Ärmlichkeit hinter Tüchern verbarg, leuchtendes Gelb gab der Kanzel einen Glanz, der sonstige Mängel nur schlecht verdecken konnte und der Gesang wurde von einem alt gedienten Harmonium begleitet. Die Wand an der Altarseite war unverputzt, weil die vorgesehene Bemalung nicht mehr angebracht werden konnte. Erst zehn Jahre später sollte es gelingen, diese Mängel zu beseitigen.
Das Jahr 1960 brachte der Umzug des Pfarramtes von Wertingen nach Meitingen. Der Schwerpunkt der Pfarrei war gewandert. Geblieben war die Bezeichnung „Pfarramt Wertingen“, aber Sitz wurde Meitingen. So wurde der Bau eines Pfarrhauses notwendig. In den Jahren 1962/63 entstanden Gemeindehaus und Pfarrhaus. Der Pfarrer hatte nun Unterkunft für das Amt und Familie, der Gemeinde stand Raum für Begegnungen außerhalb des Gottesdienstes zur Verfügung und das „Kirchlein“ stand nicht mehr allein in der Wiese.
1965/66 brachte schließlich die Erweiterung und Ausschmückung der Kirche. Ein großer, unterkellerter Altarraum wurde angebaut, die Empore für die Aufnahme der Orgel erweitert. Die Altarwand, gleichsam aus mächtigen Steinquadern errichtet, wurde durchbrochen von der reliefartigen Darstellung des mächtigsten Wunders, das uns von Jesus berichtet wird: die Auferweckung des Lazarus.
Der gefällig proportionierte, aus Steinquadern gefügte Altar trug ein eindrucksvolles Kruzifix und zwei stimmungsvolle Leuchter. Der Bildhauer Karl Hemmeter aus München hatte diese für eine sakrale Raumentwicklung überzeugende Lösung gefunden. Auf der Empore fand eine klangreiche Orgel der Firma Steinmeyer, Oettingen mit 14 Registern und einem 2-manualigen Spieltisch Platz. Dieser Erweiterungsbau hatte 120.000,- DM gekostet, die Orgel zusätzlich noch 46.000,- DM. Weil die Kosten der Orgel von der Gemeinde aufgebracht werden mussten, fand eine genehmigte Haussammlung zu diesem Zweck statt.
Auf dem Turm gab es Zuwachs in der Glockenstube. Dort wurden eine 500 kg schwere Gebetsglocke, gestimmt auf gis, mit der Inschrift „Amen, ja komm Herr Jesu“ (Offb. 22,20) und eine 300 kg schwere Glocke, gestimmt auf h mit der Inschrift „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11, 25), aufgehängt. Die Glocken sind auf die fünf Glocken der St. Wolfgangkirche abgestimmt, damit kein Missklang entstehen kann, und sind in sich nach dem Tedeum-Motiv gestimmt.
Am 6. März 1966 wurden die erweiterte Kirche, die Orgel und die Glocken durch Oberkirchenrat Hans Schmidt, München und Dekan Lindenmeyer geweiht. Die Festpredigt betrachtete das von Glocke und Altarwand aufgenommene, entscheidende Wort aus dem Johannesevangelium „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Auch die Westseite hat sich verändert. Wo vorher noch ein halbes Giebeldach war, entstand der neue Clubraum im ersten Stock.
Im November 1995 wurde der neue Altarraum eingeweiht. Die Basis dazu war zunächst einmal eine großzügige Spende, zu der dann noch sehr viele kleine und auch größere Spenden von unseren Gemeindegliedern kamen. Es wurde immer wieder überlegt: „Wo fangen wir an?“ Die Lichtverhältnisse waren nicht ideal, die Kanzel stand vom Kirchenraum aus – wie sich im Laufe der Zeit herausstellte – nicht günstig; der Taufstein stand mehr oder weniger im Wege. Es waren seit der letzten Renovierung über 25 Jahre vergangen. Durch Feuchtigkeit waren Flecken an Decke und Wänden entstanden. Wenn man erst einmal eine Renovierung ins Auge fasst, stellen sich immer weitere Details ein, die mit berücksichtigt werden sollen und müssen. Es folgten zahlreiche Bauausschusssitzungen. Es waren noch etliche Abstimmungen erforderlich, bis man sich über das neue Tauffenster und die Fragen kommenden Leuchtkörper für Decken und Wände einig war. Der Maler und Bildhauer und die Lichtdesigner stellten uns Muster zur Verfügung. Es war so manches Mal ein Ringen erforderlich, bis es zur Endabstimmung kam, denn die Vorstellungen mussten immer mit dem Machbaren in Einklang gebracht werden.
Seitdem hat sich nichts Grundlegendes mehr verändert!

Quelle: Festschrift zum 40. Kirchweihjubiläum der evangelischen Johannesgemeinde
Autoren in der Festschrift: Rudolf Schenkenhofer, Marie-Luise Ranegger
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